Hilfsnavigation
Sprache 


Seiteninhalt
05.03.2021

Herausfordernd-spannend-anstrengend!
Ein Jahr Corona: Der Rückblick aus Sicht des Gesundheitsamtes!

Ein Jahr lang ist das Gesundheitsamt des Landkreises Hameln-Pyrmont nun schon intensiv mit der Thematik SARS-CoV-2 beschäftigt. In dieser Zeit haben die Mitarbeitenden so einige Höhen und Tiefen miteinander erlebt zwischen Hoffnung und Überarbeitung.

Am 31. Dezember 2019 informierte das WHO-Landesbüro in China über 27 Patienten in Wuhan mit Lungenentzündungen unklarer Ursache. Dieses zunächst noch lokale Ausbruchsgeschehen wandelte sich bald zu einer Pandemie und auch Deutschland war als eines der ersten Länder Europas mit einem laborbestätigten Fall am 27. Januar 2020 ebenfalls betroffen.

Ischgl als Aprés-Ski-Hochburg wurde schnell zum Inbegriff für die Ausbreitung des Corona Virus in ganz Europa und hat auch vor unserem Landkreis nicht Halt gemacht. Am 9. März 2020 wurde hier der erste Corona-Fall bestätigt.

Das Gesundheitsamt in Hameln stellte aufgrund der steigenden Fallzahlen ab dem 15. März 2020 immer mehr auf Notbetrieb um, sodass letztlich alle Mitarbeitenden in das Corona Management eingebunden waren. Unter anderem dieser Umstand und der unermüdliche Einsatz der Kollegen verhalfen dem Landkreis zu relativ geringen Fallzahlen, die lange Zeit unter dem Landesdurchschnitt lagen. Die Leiterin des Gesundheitsamtes Hameln-Pyrmont, Dr. Silke Farin, beschrieb die Situation im Rahmen eines Gesundheits- und Sozialausschuss im Juli letzten Jahres mit den Worten „Vielleicht hatten wir einfach Glück“.

An sieben Tagen die Woche war das Gesundheitsamt nahezu durchgehend im Einsatz, wobei in den Sommermonaten aufgrund einer geringen Fallzahl in Rufbereitschaft gearbeitet wurde. Seit Anfang Oktober sind die Mitarbeitenden an den Wochenenden auch wieder vor Ort im Einsatz und arbeiten unermüdlich daran, Infektionsketten zu unterbrechen.

„Wir sind als Team viel enger zusammengewachsen und haben einander noch einmal anders kennengelernt“, erklärt Sibylle Höflich, die eigentlich im Jugendzahnärztlichen Dienst tätig ist und während der Pandemie bereits verschiedenste Aufgaben bis hin zur Einrichtungsbetreuung bei Ausbruchsgeschehen übernommen hat und momentan als einer der Hauptansprechpartner für die Kollegen der Außenstelle fungiert.

Dr. Farin hebt die permanente Arbeitsbelastung aller Mitarbeitenden, aber auch die „unfassbare Informationsflut“ als zwei der größten Herausforderungen hervor: „Auch wir mussten und müssen uns nahezu täglich mit neuen Verordnungen, Richtlinien und nationalen Strategien vertraut machen. Das ist war gerade zu Beginn der Pandemie eine Mammutaufgabe.“

Auch die Koordination der anfallenden Arbeit und die Umstellung auf einen vollständig digitalen Prozess beschreibt Farin als besondere Hürden, die es zu überwinden galt. Zu Beginn der Pandemie wurde aus Mangel an Alternativen auf papierbasierte Akten zurückgegriffen, die die tägliche Arbeit bis Anfang November begleiteten.

Die Arbeit des Gesundheitsamtes Hameln-Pyrmont lockte im Mai sogar die niedersächsische Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann nach Hameln, um sich das Vorgehen und die Erfahrungen mit dem Kontaktmanagementprogramm SORMAS erklären zu lassen. Hameln-Pyrmont war einer der ersten Landkreise, der im März zunächst dieses Programm des Helmholz-Institutes für das Fall- und Kontaktmanagement einsetzte.

Seit Ende des letzten Jahres arbeitet das Gesundheitsamt inzwischen vollständig digital aufgrund einer Systemumstellung. Und das ist längst keine Selbstverständlichkeit, wenn man der öffentlichen Berichterstattung über den angeblichen dürftigen Digitalisierungsstand vieler Behörden Glauben schenken mag.

Neben dem besonderen Engagement der Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes ist allerdings auch die konstruktive Unterstützung durch den Krisenstab, das DRK, anderen an unterschiedlichen Verfahren beteiligten Ämtern der Kreisverwaltung, wie bspw. das Ordnungsamt oder die Bußgeldstelle, die Bundeswehr und die Mitarbeitenden des Finanzamtes herauszustellen. Es wurde neues Personal eingestellt und Unterstützung aus anderen Bereichen der Verwaltung abgeordnet. Nicht zu vergessen die Containment-Scouts, die den Landkreisen über das Bundesverwaltungsamt zur Seite gestellt wurden und tatkräftig unterstützen.

„Die unglaublich hohe Einsatzbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt sowie die positiven Rückmeldungen und verständnisvollen Worte von Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürgern sind mir besonders positiv in Erinnerung geblieben“, betont Farin.

Außer der Corona Thematik blieb nicht viel Zeit für andere Dinge. Pflichtaufgaben des Gesundheitsamtes, wie die Schuleingangsuntersuchungen, amtsärztliche Begutachtungen und die Arbeit der Betreuungsstelle rückten zwischenzeitlich völlig in den Hintergrund.

„Für die Gesundheitsregion hatten wir für das Jahr 2020 einige neue Vorhaben, die Weiterführung bestehender Projekte sowie die jährliche Gesundheitskonferenz und weitere Veranstaltungen geplant. Aufgrund des Pandemiegeschehens mussten nahezu sämtliche Pläne zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben werden“, so Jacqueline Eigl, Koordinatorin der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont.

Was das Jahr 2021 mit sich bringt, kann allerdings niemand vorhersehen. Aber: Am 5. Januar 2021 haben die mobilen Impfteams mit dem Impfen im Landkreis Hameln-Pyrmont begonnen. Mittlerweile konnten in allen Pflegeeinrichtungen Impfungen vorgenommen werden und das Impfzentrum Hameln-Pyrmont ist seit dem 17. Februar 2021 geöffnet.  Sehr zur Freude und Erleichterung von Dr. Farin, die darum bittet, „von dem bestehenden Impfangebot unbedingt Gebrauch zu machen, vor allem dann, wenn jemand zur Risikogruppe gehört.“

Mit Blick auf die anhaltenden Kontaktbeschränkungen bittet sie weiterhin um strikte Einhaltung und Geduld, denn „wir können dankbar sein, dass wir in einem Land leben, dass die Pandemie bisher so gut bewältigt hat und so jeder von uns seinen Teil dazu beitragen kann, dass es auch dabeibleibt und alsbald besser wird.“