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16.07.2021

Hameln-Pyrmont gehört zu den Smart Cities Made in DE

und erhält Fördermittel aus Digitalisierungs-Programm der Bundesregierung

Wir werden unsere Potenziale nutzen und uns als zukunftsfähige Region aufstellen. Das ist unsere Chance auf einen wachsenden Landkreis.“: Hameln-Pyrmont hatte sich im März auf das Förderprogramm „Smart Cities Made in DE“ beworben. Nun hat das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat eine Entscheidung über die Teilnahme getroffen – der Landkreis wird Teil des umfangreichen Programms. Der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger der Region steht dabei im Vordergrund, somit ist die gemeinsame Erarbeitung von Ideen und deren Verwirklichung zentrales Element der Umsetzung.

Das Digitalisierungs-Programm „Smart Cities Made in DE“ fördert die digitale Modernisierung von Kommunen mit dem Ziel, sie lebenswerter und handlungsfähiger zu gestalten. Der bundesweite Wettbewerb fand bereits zum dritten Mal statt und wurde vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat ausgeschrieben. In diesem Jahr liegt der Fokus besonders auf den Folgen der COVID-19-Pandemie. Daher auch das Leitthema „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“, welches das Wiederbeleben städtischer und ländlicher Räume in den Mittelpunkt drängt.

Für den Leiter des Dezernats Personal und Digitalisierung, Andreas Pachnicke, war es zweifelsfrei die richtige Entscheidung den Landkreis Hameln-Pyrmont als Smart City zu bewerben: „Wir sind uns den strukturellen Herausforderungen bewusst, die sich besonders im letzten Jahr für unsere Bürgerinnen und Bürger herauskristallisiert haben. Sich für das Programm der Bundesregierung zu bewerben, war die richtige Konsequenz, um im öffentlichen Dialog mit Hilfe der Digitalisierung unsere Region voranzutreiben.“

Der Kreistag Hameln-Pyrmonts erkannte bereits vor einigen Jahren die großen Chancen der Digitalisierung: Im Jahr 2019 entstand so eine Stabsstelle Digitalisierung, welche bereits diverse Projekte erfolgreich umgesetzt und auf den Weg gebracht hat. Diese Maßnahmen wurden letztendlich unter dem Slogan einfach.digital.leben gebündelt. Mit den Vorarbeiten der Stabsstelle sah der Kreistag es als logische Konsequenz, sich auf das Förderprogramm zu bewerben. Der letztendliche Beschluss wurde mit nur zwei Gegenstimmen getroffen.

Smart City-Ansätze für eine zukunftsfähige Region 

Die Teilnahme am Wettbewerb bot sich für den Kreistag zudem als geeigneter Anlass, die bisherigen Pläne und Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität Hameln-Pyrmonts, der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes durch Mittel der Digitalisierung zu festigen und auszubauen. Im Rahmen von digitalen Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie der Hochschule sind drei „Zukunftsthemen“ im Rahmen der Bewerbung für den Landkreis entstanden. Diese werden im ersten Jahr unter Partizipation der Bürgerinnen und Bürger sowie weiteren Beteiligten nochmals überarbeitet und schließlich in eine digitale Strategie für den Landkreis überführt. Daraus werden konkrete Projekte, die sogenannten „Smart-City-Ansätze“ abgeleitet und bis 2026 in Form von Modellprojekten umgesetzt. Durch den stetigen Dialog können sich im Laufe der Zeit weitere Anpassungen oder auch neue Projekte ergeben. Die Region ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Ideen mit einzubringen – jede Meinung und jede Idee ist willkommen!

Der Ansatz LAND-RAUM soll eine digitale Daseinsvorsorge und intelligente Vernetzung in den ländlichen Räumen fördern. „Immer mehr Menschen möchten wieder aufs Land ziehen,“ erklärt Landrat Dirk Adomat, „daher müssen wir die ländlichen Räume jetzt stärken, indem wir die ganzheitliche Daseinsvorsorge fördern. Gerade für Familien soll es noch mehr Gründe geben, sich den Traum vom Leben im Grünen zu verwirklichen, ohne dabei auf die Vorteile der Innenstadt zu verzichten.“ Einige Ideen liegen schon vor: z.B. smarte Versorgungspunkte als neue multifunktionale Dorfzentren, die auch in digitaler Form bereitgestellt werden können oder eine „15-Minuten-Region“ für digital-ländliche Daseinsvorsorge insb. auch zum Thema Gesundheit und eine Verminderung des motorisierten Individualverkehrs. Somit sollen wesentliche Aspekte des täglichen Bedarfes künftig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder online mit smarter Logistik erreichbar gemacht werden, wodurch der Landkreis zugleich den Klimaschutzzielen ein Stück näherkommt.

Mit LEBENS-RAUM sollen attraktive, innovative & kollaborative Dorfzentren entwickelt werden. Den ansässigen wie auch potentiellen Bürgerinnen und Bürgern fehlt es oftmals an interessanten Angeboten, daher lassen sich durch Maßnahmen wie Einrichtung von Co-Working-Spaces und lokales Networking & verbesserte Partizipationsmöglichkeiten die Region wieder aufwerten. Adomat erzählt hierzu ergänzend: „Auch der Wunsch nach Homeoffice wird in unserer Bürgerschaft immer bedeutender – besonders bei der jungen arbeitenden Generation. Wir wollen sie, wie auch die kleinen- und mittelständischen Unternehmen unterstützen, um die Arbeit und das Leben an ein und demselben Ort möglich machen zu können. Heute spricht nichts mehr dagegen seinen Arbeitgeber in Hamburg oder Berlin zu haben und trotzdem im Landkreis Hameln-Pyrmont zu leben und zu arbeiten.“

Zuletzt fördert der Ansatz INNOVATIONS-RAUM Innovationen & Kompetenzen des Landkreises. Es werden regionale Kompetenzzentren und Regionallabore geschaffen, in denen zum einen Bürgerinnen und Bürgern digitale Kompetenzen vermittelt werden können, zum anderen aber auch um die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, Selbstständigen, Vereinen etc. zu fördern.  Durch solche Kompetenz- und Innovationsangebote können die Akteure neue Ideen erzeugen und ausprobieren. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises für die Zukunft zu stärken. Hier werden zunächst vor allem die Schwerpunkte Gesundheit, Berufsbildung, Wirtschaft (KMU) und Verwaltung angesprochen. Das geänderte Kommunikations- und Informationsverhalten der Bürgerinnen und Bürger nimmt sich die Initiative einfach.digital.leben zum Anlass, um für mehr Partizipation zu sorgen: „Wir wollen eine regionale Informations- & Kollaborationsplattform schaffen, bei der sich Bürgerinnen und Bürger aktiv an der zukunftsorientierten Gestaltung des Landkreises beteiligen können“, so Andreas Pachnicke.

Die Argumentation des Landkreises Hameln-Pyrmont konnte das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat schließlich überzeugen – die Region erhält die nötige Unterstützung, um die Smart-City-Ansätze in Modellprojekten umsetzen zu können. „Es ist genau der richtige Zeitpunkt“, betont Landrat Dirk Adomat, „den Wandel mit Hilfe der Digitalisierung durch intelligente Methoden und der Einbindung der Menschen im Landkreis aktiv zu gestalten. Wir werden unsere Potenziale nutzen und uns als zukunftsfähige Region aufstellen. Das ist unsere Chance auf einen wachsenden Landkreis.“

Die nächsten Aktivitäten werden darin bestehen eine geeignete Struktur für die Umsetzung aufzubauen und einen überregionalen Fachbeirat zu berufen. Dann beginnt die einjährige Strategiephase des Projektes, in der die jetzt bereits vorhandenen Ideen diskutiert, konkretisiert und erweitert werden. Daran schließt sich die vier jährige Umsetzungsphase an, in der die Projekte umgesetzt werden.

Andreas Pachnicke ergänzt:Mit der jetzt bestätigten Teilnahme am Digitalisierungs-Programm der Bundesregierung kann der Wandel des Landkreises Hameln-Pyrmont nun mit einer ganz anderen Qualität und Dynamik angegangen werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen.“

Ansprechpartner für das Projekt ist:

Landkreis Hameln-Pyrmont

Stabsstelle Digitalisierung

SmartCity@einfach-digital-leben.de