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19.05.2020

Die neue Straßenverkehrsordnung hat gravierende Auswirkungen!

Dass es manche Autofahrende mit dem Tacho und der vorgeschriebenen Geschwindigkeit nicht ganz so genau nehmen ist kein Geheimnis: 10 km/h mehr, was ist das schon...?

Doch wer beispielsweise mit 60 km/h statt der erlaubten 50 km/h durch den Ort fährt, für den können bei einer plötzlichen Vollbremsung genau diese 10 km/h zu schnell schon deutlich zu viel sein. Denn der Anhalteweg verlängert sich um mehr als 8 Meter! Wegen der Auswirkungen solcher vermeintlicher „Kavaliersdelikte“ wurden die Sanktionen der Straßenverkehrsordnung (StVO) zum 28.04.2020 besonders im Bereich der Geschwindigkeitsüberschreitungen erheblich angezogen. Wenn es gelingt, das Fahrzeug bei 50 km/h noch vor einem Hindernis zum Stehen zu bringen, liegt die (Rest-) Aufprallgeschwindigkeit bei 60 km/h noch bei ca. 41 km/h!

Diese Zahl verdeutlicht, warum der Gesetzgeber auch schon bei geringeren Geschwindigkeitsüberschreitungen jetzt mahnend den Finger hebt.

Annahme: Reaktionszeit 1 Sekunde, Verzögerung 8m/s2, Geschwindigkeit in km/h, Anhalteweg in m.

Ziel der Novellierung ist es, das Unrechtsbewusstsein der Verkehrsteilnehmenden gegenüber solchen Nachlässigkeiten zu schärfen. So droht nun schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h innerorts bzw. 26 km/h außer Orts ein einmonatiges Fahrverbot. Die bisherigen Verwarnungsgelder für Tempoübertretungen bis 20 km/h verdoppeln sich auf 20,-- bis 70,-- Euro. Die Grenze für Bußgelder sinkt von 21 km/h auf 16 km/h Überschreitung, so dass zu den nun fälligen 60,-- Euro außerorts bzw. 70,-- Euro innerorts noch mindestens 28,50 Euro an Auslagen und Gebühren dazu kommen.

Zum verschärften Fahrverbot inner- wie auch außer Orts rudert der Bundesverkehrsminister aber zwischenzeitlich wieder zurück. Hier sind in Abstimmung mit den Ländern Anpassungen geplant. Welche das im Detail sein werden, bleibt abzuwarten. „Bis dahin sind die gesetzlichen Regelungen des neuen Bußgeldkatalogs entsprechend anzuwenden. Spielraum haben die kommunalen Bußgeldbehörden dabei nicht“, erklärt Sandra Lummitsch, Pressesprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont.

Das Parken auf Geh- oder Fahrradwegen verteuert sich von bisher 20,-- Euro auf 55,-- Euro, im Einzelfall sogar auf bis zu 100,-- Euro und kann dann auch einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen. Im Stau keine Rettungsgasse zu bilden oder eine Rettungsgasse missbräuchlich zu benutzen wird nun immer mit Fahrverbot, 2 Punkten im Fahreignungsregister und wenigstens 200,-- Euro Bußgeld geahndet.

Der vollständige Bußgeldkatalog kann über die Homepage des Kraftfahrtbundesamtes eingesehen werden.

Die eingesetzte Messtechnik misst die gefahrene Geschwindigkeit unabhängig von Fahrzeugklassen wie auch Straßenverlauf auf einem Streckenabschnitt von 50 cm übrigens exakt. Trotzdem wird bei der  Ermittlung der vorwerfbaren Geschwindigkeit ein Toleranzabzug vorgenommen, denn von der tatsächlich gemessenen Geschwindigkeit werden 3 %, mindestens aber 3 km/h, abgezogen.