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10.06.2021

Online-Bildungsforum »Schule in Zeiten von Corona - Herausforderungen und Möglichkeiten«

Pandemiebedingt stehen Schulleitung, Lehrkräfte, sowie SchülerInnen und Ihre Eltern seit vielen Monaten vor ganz besonderen Herausforderungen. Zwischenzeitlich wurden einige Unterstützungsangebote eingerichtet, neue Kommunikationswege ausprobiert und individuelle Ermutigungszugänge aufgebaut. Doch es taucht immer wieder die Frage danach auf, wie es uns gelingen kann, möglichst alle SchülerInnen zu erreichen und niemanden zu verlieren.

Mitglieder der Steuergruppe der Bildungsregion Hameln-Pyrmont waren sich schnell einig: Es gibt einen großen Austauschbedarf für die o.g. Herausforderungen. Da große Präsenzveranstaltungen derzeit nicht durchführbar sind, wurde durch das Bildungsbüro des Landkreises Hameln-Pyrmont ein Online-Bildungsforum "Schule in Zeiten von Corona – Herausforderungen und Möglichkeiten" mit dem Fokus auf die Erreichbarkeit und Unterstützung der benachteiligten und schwächeren SchülerInnen bzw. die Stärkung der Beziehungsdimension im schulischen Kontext in der Corona-Zeit organisiert. Das Online-Forum war an die Schulleitungen adressiert und wurde von Fachimpulsen begleitet. Ziel des Bildungsforums war es, gemeinsam zu überlegen, welche Strukturen, Ressourcen und Lösungsansätze helfen können, insbesondere die benachteiligten und schwächeren Schülerinnen und Schülern im breiteren Sinne zu erreichen und die Beziehungsarbeit zu intensivieren.

Im Rahmen einer regionalen Austauschrunde wurde dann an die Ergebnisse des Bildungsforums angeknüpft. An dem Regionalen Austausch nahmen, neben den VertreterInnen der Schulen und der Steuergruppe der Bildungsregion Hameln-Pyrmont, auch die VertreterInnen der Gesundheitsregion, der Erziehungsberatungsstelle, des Teams Sozialpädagogik an Schulen sowie des Schulamtes teil. Diese Bildungsakteure bereicherten die Runde mit der Expertise aus den verschiedenen Fachperspektiven und spielten eine wichtige strukturelle Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen. Die VertreterInnen der Schulen nutzten die Möglichkeit des Austausches, um die aktuellen Herausforderungen und Wünsche bzw. Bedarfe zu thematisieren aber auch, um die KollegInnen von positiven praktischen Erfahrungen profitieren zu lassen.

Die Berichte aus dem schulischen Alltag waren vielseitig, jedoch gab es auch einige gemeinsame Schnittstellen.

So wurden beispielsweise deutlich, dass die Mehrheit der Beteiligten die Corona bedingt veränderten Rahmenbedingungen des Unterrichts nicht nur negativ, sondern durchaus als Chance zur Entwicklung von neuen Lern- und Aufgabenformaten gesehen werden.

Auch der Schub von Digitalisierungsprozessen und die Intensivierung der Kommunikation wurde als produktiv aufgenommen.

Deutlich wurde zudem, dass die Mehrheit der Teilnehmenden die durch Engpässe bei der Notbetreuung und den Verlust von Tagesrhythmen und Sozialkompetenzen auftretenden Problematiken deutlich größer einschätzt als die Herausforderung des nachzuholenden Lernstoffes. Wiederholt wurde auch geschildert, dass trotz der intensiven Informationskampagne zu den pandemiedämmenden Maßnahmen, bei den Eltern noch eine starke Unsicherheit herrscht, welche Regelungen – insbesondere für Schulen – grade aktuell gelten. So ist es häufig problematisch, die Eltern zu erreichen, die kein oder nur wenig deutsch sprechen. Auch wurde vom Verlust der SchülerInnen durch „Testhürden“ berichtet. Insbesondere betroffen sind Bildungsbenachteiligte und SchülerInnen mit Migrationshintergrund.

Im Ergebnis wurden zunächst drei Punkte ermittelt und mittlerweile umgesetzt, bei denen die Bildungsregion Hameln-Pyrmont die Schulen unterstützen kann:

  • Allgemeingültige Informationen zu Corona-Regelungen im schulischen Kontext sind hier www.hameln-pyrmont.de/coronaundschule an zentraler Stelle auf der Homepage des Landkreises Hameln-Pyrmont hinterlegt, so dass diese mit Hilfe des bereits auf der Website integrierten Übersetzungstools sehr niederschwellig, mehrsprachig und schnell von Eltern abgerufen werden können.

  • Der „Testhürde“ wird hier mittels Erklärvideos begegnet, in denen neben der praktischen Vorführung auch die Gründe der Selbsttestung von den SchülerInnen erläutert werden. Beim Videodreh wurde bewusst auf ein Drehbuch oder Coaching zu den Inhalten verzichtet. Die Kinder berichteten authentisch und spontan aus eigenen Erfahrungen, denn sie sind überzeugt: „Die Selbsttests können dazu beitragen, dass die Schule ein sicherer Ort für Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrkräfte bleibt.“ 

  • Zusätzlich wurde nach dem Bildungsforum eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der konzeptionellen Entwicklung eines zentral koordinierten Fortbildungspools Lehrkräfte und Mitarbeitenden im pädagogischen Bereich beschäftigt.