Kleinkläranlage

Leistungsbeschreibung

Die Ortslagen, in denen Kleinkläranlagen eingesetzt werden, legt die jeweilige Gemeinde durch Satzung fest. Erlaubnisse für die Einleitung aus Kleinkläranlagen werden in der Regel von den Wasserbehörden auf Antrag erteilt. Das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) in Berlin regelt über seine Zulassungsgrundsätze die Bemessung, sowie den Bau und Betrieb von Kleinkläranlagen. Diese Behörde erteilt auch Zulassungen für Anlagen, die vorher im praktischen Betrieb bei einem Prüfinstitut ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen mussten. Zulassungsgrundsätze regeln auch die Anforderungen für Wartung und Betreiberkontrollen. Grundlage dieser Zulassung ist die europäische Norm EN 12566 und die ergänzende deutsche Norm DIN 4261. Kleinkläranlagen sind Anlagen zur Reinigung von Abwasser mit einem Bemessungswert von 4 bis 50 Einwohnerwerten (EW). Somit kommen sie bei Einzelhäusern, kleinen Siedlungen, Gastwirtschaften oder Schutzhütten zum Einsatz, wenn eine Abwasserentsorgung durch Anschluss an große, kommunale Kläranlagen aus technischen, satzungsrechtlichen oder finanziellen Gründen nicht möglich ist.

Die Anlagen bestehen zumeist aus einem Absetzbecken (zum Beispiel Dreikammerabsetzgrube), in dem die im Abwasser enthaltenen Feststoffe und aufschwimmenden Fette abgetrennt werden. In weiterer Folge wird das Abwasser in einer biologischen Stufe gereinigt. Als Klärverfahren kommen grundsätzlich die gleichen Methoden wie bei den großen Anlagen zur Anwendung:
- Belebtschlammverfahren im Durchlaufbetrieb oder intermittierend SBR
- diverse Verfahren mit Festbetten (Pflanzenkläranlage, Tropfkörper, getauchtes Festbett, Sandfilterkläranlagen, Abwasserverrieselung).
- nichttechnische Anlagen, die im Regelfall ohne technische Bauteile auskommen (zum Beispiel Pflanzenbeet, Abwasserteich und Bodenkörperfilteranlage - siehe auch Pflanzenkläranlage)
- Membranbelebungsreaktoren (MBR)

Mitunter wird bei Anlagen nach dem Belebtschlammverfahren auf die mechanische Vorreinigung verzichtet.

Im Hinblick auf die besonderen betrieblichen Herausforderungen der Kleinkläranlagen wie:
- Eigenkontrolle durch den Betreiber. Bei allen Kleinkläranlagen mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung ist die Wartung durch einen Fachmann vorgeschrieben (laut Landeswassergesetz)
- Verzicht auf aufwändige Mess- und Regeltechnik
- große Belastungsschwankungen müssen durch entsprechende bauliche Ausführungen ausgeglichen werden (zum Beispiel Pufferschacht)

wird bei Kleinkläranlagen angestrebt, möglichst robuste Bauformen einzusetzen. Auf Grund des mechanisch einfacheren Aufbaus können Verfahren mit Festbetten mit weniger Aufwand stabil betrieben werden als Belebtschlammverfahren (weniger mechanische Bauteile). Nichttechnische Anlagen haben in der Regel zwar einen größeren Platzbedarf als technische Anlagen, sind aber einfacher in der Eigenkontrolle und benötigen weniger Wartung durch den Fachmann; oft muss, je nach Ländervorschrift, nur die Beprobung durch einen Fachmann gemacht werden, die mechanischen Wartungsarbeiten kann der Betreiber selber machen. Viele Kleinkläranlagen werden mithilfe von Fernwartungssoftware überwacht (z.B. DiWa).