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25.11.2021

Das Umweltamt informiert über Schaum auf Bächen und Flüssen

 Schaumbildung in Oberflächengewässern ist derzeit wieder eine häufig gemachte Beobachtung. Hierzu ist aus fachlicher Sicht festzustellen, dass diese Schaumentstehung insbesondere in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich ist. Bei Schaumbildung auf Bächen, Flüssen und Seen wird mitunter auch oft eine Gewässerverschmutzung vermutet. Nicht immer ist jedoch der Mensch dafür verantwortlich. Oftmals basiert diese Schaumentstehung in den Gewässern auf einem natürlichen Ursprung. Er bildet sich immer dann auf Bächen und Seen, wenn das Wasser viel organisches Material wie Laub, Holz, Algen oder tote Insekten mitträgt und sich dieses zersetzt. Beim Abbau entstehen dabei Substanzen, die teils oberflächenaktiv sind und ähnlich wie Seife oder Waschmittel wirken.

Sie bewirken an der Wasseroberfläche einen dünnen Film und reduzieren die Oberflächenspannung. Wellen und turbulente Strömungen bringen Luft in diesen Film, so dass Blasen und schließlich Schaum entstehen. Dieser sammelt sich in den Gewässern an strömungsberuhigten Stellen oder unterhalb von Schwellen oder   kleineren Abstürzen.

Eine weitere mögliche Ursache kann die Nähe zu Mooren sein, aus denen vor allem nach starken Regenfällen die dort natürlich vorkommenden Huminstoffe ausgeschwemmt werden. Huminstoffe sind chemische Verbindungen. Sie entstehen aus Resten abgestorbener Lebewesen und sorgen häufig für eine bräunliche Färbung des Schaums.

Und schließlich: Auch, wenn Wasserpflanzen und Algen schaumbildende Eiweißstoffe und andere schaumbildende Stoffe abgeben, können sich Schaumkronen bilden, was in den wärmeren Jahreszeiten zu erkennen ist.

Eine ganz andere Ursache sind Einträge ins Wasser, für die der Mensch verantwortlich ist. Dazu zählen Zuflüsse aus der Kanalisation oder Abläufe von privat, gewerblich oder landwirtschaftlich genutzten Flächen. 

Erst kürzlich führte in der Ortslage von Lauenstein der Eintrag von wassergefährdenden Stoffen in den Grindelbach zu einem Fischsterben. Ein Verursacher konnte bis zum heutigen Tage von der zuständigen Polizeidienststelle nicht ermittelt werden.

Der Leiter des Umweltamtes Torsten Röpke weist ausdrücklich darauf hin, „dass Reinigungs- Wasch- und Lösungsmittel und sonstige Abwässer nicht über Hofeinläufe, Straßengossen und Regenwasserkanäle entsorgt werden dürfen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.“

Doch immer wieder werden derartige illegale Einleitungen, die eine Straftat darstellen, im gesamten Kreisgebiet beobachtet werden und führen können teilweise zu erheblichen Gewässerverunreinigungen führen.

„Sofern derartige Einträge in den Gewässern beobachtet werden, sollte   umgehend die nächste Polizeidienststelle informiert werden“, so Röpke.

Die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung ordnet bei Kenntnisnahme die erforderlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen an, um eine weitere Ausbreitung des Eintrages zum Schutz des Gewässers und der Gewässerorganismen zu unterbinden. Dazu unterstützt sie beratend die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörde.

Wie lässt sich eigentlich für den Laien herausfinden, ob es sich um einen natürlichen, durch Zersetzung von organischem Material, oder aber um einen künstlichen, vom Menschen eingebrachten, Schaum in einem Gewässer handelt?

Selbst chemische Laboranalysen können da nicht immer Aufschluss bringen. Der natürliche Schaum ist in der Regel weiß bis bräunlich gefärbt und enthält kleine Stücke von Pflanzenresten und Insekten. Füllt man den Schaum in eine Flasche, zerfällt dieser und lässt sich durch Schütteln nicht neu erzeugen. Künstlicher, vom Menschen eingebrachter Schaum (z.B. Wasch- und Reinigungsmittel) bildet sich dagegen immer wieder neu und riecht nach Waschmittel und Parfum.